Parametric Architecture – Beyond the Bubble

Lehrstuhl für Architekturinformatik – TUM Modul Digitale Entwurfsmethoden Sommersemester 2014

Der Kurs beschäftigt sich mit der Umsetzung eines Entwurfswerkzeuges für Architekten, das anstatt der traditionellen Arbeitsweise mit Raumprogramm und Raumorganigramm und dem analog entwickelten Entwurf auf dem ‚weißen Blatt‘, komplexe Eigenschaften von Gebäuden formalisieren kann und Varianten für die Anordnung von Räumen generiert. Dabei stützt sich der Ansatz auf Referenzen, die in einem ersten Schritt in der ‚ar:searchbox‘ erfasst werden müssen. Dabei muss entschieden werden, welche Eigenschaften eines Gebäudes interessant und wichtig für weitere Entwurfsprozesse sind und wie diese für den Nutzer intuitiv verständlich gemacht werden. Basierend auf der analogen Analyse von Grundrissen werden die erfassten Daten in einem zweiten Schritt in ein Modell formalisiert. Um den Erfassungsprozess mehrerer unterschiedlicher Grundrisse zu deren spezifischen Fingerabdrücken zu rationalisieren, wurde das Architecture-Plugin für die Software Gephi entwickelt. Für diesen Prozess wurden aus Gründen der Vergleichbarkeit einheitliche Begriffe, Symbole und Farben für bestimmte Elemente und Eigenschaften festgelegt. Die mithilfe des Plugins entstandenen Graph-Dateien bestehen dabei aus den Räumen (Knoten/Nodes) und deren Verbindungen (Kanten/Edges), die jeweils mit bestimmten Eigenschaften/Werten belegt werden können und sich zu einem individuellen Raumnetzwerk zusammenfügen. Im dritten Schritt können die Graphen mit dem sogenannten Dolphin-Plugin in die Baumstrukturen von Grasshopper formatiert und dort weiter bearbeitet werden. Mit Rhino lassen sich aus den abstrakt entwickelten Strukturen wieder geometrische Räume erstellen. Der Vorteil dieser Arbeitsweise liegt darin, dass bestimmte Eigenschaften, wie die Ausrichtung bestimmter Räume in entsprechende Himmelsrichtungen, eine Anpassung der Raumgröße, Raumzugehörigkeiten/-gruppierungen, oder eine gewollte Lage im Grundriss in Abhängigkeit der Privatheit eines Raumes, schnell angewandt und visuell auf ihre Sinnhaftigkeit geprüft werden können. Im Rahmen einer ersten Entwurfsphase können Raumkonstellationen mithilfe des Entwurfswerkzeuges ohne großen Arbeitsaufwand an klima- oder kulturbedingte Gegebenheiten angepasst werden. Grundrisse aus unterschiedlichen Kontexten werden miteinander vergleichbar gemacht.

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