Student: Oliver Tessin

Der Computer kann in kürzerer Zeit mehr Faktoren berechnen als der erfahrenste Architekt. Dieses Potential soll mithilfe eines Entwurfswerkzeuges, das komplexe Eigenschaften von Gebäuden berechnet und Lösungsvorschläge zur sinnvollen Anordnung von Räumen generiert, genutzt werden. Es wird ein Work-Flow-Konzept entwickelt, das aus mehreren Tools besteht und sich so flexibel für subjektive Entwurfsschwerpunkte und eine breite Auswahl an entwerferischen Aufgaben eignet. Es sollen also geometrische Grundrisse generiert werden, die nicht aus baulichen Konventionen oder subjektiven Quellen, sondern aus den rein funktionellen Zusammenhängen eines Wohnraumes bestehen. Diese Geometrien sollen sich an den Mechanismen des natürlichen Wachstums orientieren, z.B. dem Aufbau von Knochenstrukturen. Die Erfassung der Grundrissdaten erfolgt mit dem Architecture-Plugin in Gephi. Nach der Eingabe in Grasshopper kann der Graph über den Kangaroo-Plugin in Feder-, Anziehungs- und Abstoßkräfte übersetzt werden. Die Parameter können sich gegenseitig beeinflussen oder sogar aufheben, so wird beispielsweise die Privatheit eines Raumes maßgeblich von der Größe und der Lage des Raumes im Grundriss, der Anzahl sowie der Art der Verbindungen und der Helligkeit durch Fenstergröße und -ausrichtung beeinflusst. Der sich automatisch anordnende Graph kann für verschiedene Zwecke verwendet werden, so wurden im Rahmen der Arbeit 4 Werkzeuge entwickelt. Der Graph-Modeler bezeichnet zwei Graph-Darstellungstypen, die eine Darstellung basiert stark auf der Anordnung im Grundriss, während die zweite sich vom Grundriss löst und sich aufgrund ihrer Verbindungsparameter automatisch anordnet. Das Room Diagramm dient als graphisches Hilfsmittel zur abstrakten Visualisierung eines Raumprogrammes, bei dem sich die Raumknoten entsprechend ihrer Größe als Segmente eines Kreises anordnen, die sich mit anderen Segmenten verbinden. Zusätzlich wird die gewollte Helligkeit eines Raumes dargestellt. Die Space Syntax überträgt Analysewerte auf die Organisation eines neuen Grundrisses und gibt graphisches und numerisches Feedback, speziell zum Thema der Privatheit. Der Space Modeler ermöglicht die Bearbeitung von Geometrien in Rhino und zeigt dreidimensionale Raummaße an, um beispielsweise eine Über- oder Unterschreitung einer Grundrissfläche zu vermeiden. Er ist das ideale Werkzeug für Volumenstudien.

 

 

 

 

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